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Möwen auf großer Reise – MTV Heide setzt Ausrufezeichen in Stuttgart  

Für die junge Torballmannschaft (Blindenhandball) des MTV Heide ist diese Saison ohnehin schon außergewöhnlich: Erstmals startet das Team in der 2. Torball-Bundesliga der Herren in Deutschland – nach dem überraschenden Gewinn der Schweizer Juniorenmeisterschaft in der vergangenen Spielzeit. Nun stand der Rückrundenspieltag in Stuttgart auf dem Flugplan der Möwen.  Die Reise begann am Freitagnachmittag am Heider Bahnhof. Mit dem ICE ging es gen Süden, bis die Möwen um 23:30 Uhr in Stuttgart landeten und in der Jugendherberge ihr Nachtquartier bezogen. Acht Stunden Anreise – eine Distanz, die sonst eher Zugvögel kennen. Doch Müdigkeit? Fehlanzeige.  

Nach dem Hinrundenspieltag im Oktober in Augsburg wartete nun der Gastgeber SV Hoffeld aus Stuttgart auf die Nordlichter. Und die kamen hellwach, fokussiert und kampfbereit aufs Feld. Der Turnierauftakt gelang eindrucksvoll: Gegen die SV Blista Marburg erkämpfte sich der MTV Heide ein starkes 1:1-Unentschieden – ein erstes Ausrufezeichen im Süden. Gastgeberin und Trainerin Theresa vom SV Hoffeld zeigte sich beeindruckt:  „Man sieht, die Möwen haben in den letzten Wochen und Monaten fleißig trainiert – ein großer Entwicklungsschub ist zu sehen.“ 

Besonders viel Brisanz lag im Duell mit dem Trainingspartner BSG Langenhagen aus Hannover. Hochmotiviert und mit spürbarem Teamgeist gingen die Möwen in diese Partie – und sorgten für eine kleine Sensation: Mit einem verdienten und souveränen 7:4-Erfolg feierte der MTV Heide einen historischen ersten Bundesligasieg. Gleichzeitig platzte damit der Aufstiegstraum der Langenhagener in die 1. Bundesliga.  

Für die Möwen flogen: Elias, Elin, Nigg, André, Martin und Jamie.  

Mit lautem Flügelschlag, großem Zusammenhalt und sichtbar gewachsener Spielstärke zeigte der MTV Heide in Stuttgart, dass diese junge Mannschaft längst in der 2. Torball-Bundesliga angekommen ist.  Die Rückrunde war damit nicht nur sportlich ein Erfolg, sondern auch ein Symbol: Die Möwen haben ihren Platz in der Liga gefunden – und der Himmel nach oben bleibt weit offen. Oder anders gesagt: Dieses Team ist kein Projekt mehr. Es ist eine echte Bundesliga-Truppe mit Aufwind. 

Sören Bröcker